Schloss Biebrich

Schloss Biebrich, eines der bedeutendsten Barockschlösser am Ufer des Rheins. Wenn man vor dem beeindruckenden Schloss mit seiner rot-weißen Fassade steht, ist es kaum vorstellbar, dass diese Anlage ursprünglich als Gartenhaus für Fürst Georg August konzipiert wurde.

Die Geschichte von Schloss Biebrich

Fürst Georg August erwarb 1696 ein am Rheinufer gelegenes Grundstück und ließ sich dort ein Gartenhaus errichten, was er für Tagesausflüge nutzte. Später ließ er es zu einem kleinen Wohnschlösschen ausbauen und auch die Fürstin bekam ein identisches Schlösschen 86 Meter östlich davon. Georg August fand immer mehr Gefallen an seinem Grundstück am Rheinufer und so beauftragte er im Jahre 1707 den Baumeister Maximilian von Welch, ihm ein Gesamtkonzept für eine Schlossanlage im barocken Stil zu erstellen. Die beiden Schlösschen (Pavillons) sollten durch Galerien und eine Rotunde in der Mitte miteinander verbunden werden. Als Vorbild diente ihm dabei die Kasseler Karlsaue.
1721 starb Georg August noch bevor sein „Versaille am Rhein“ vollendet war. Da mit ihm auch die Linie Nassau-Idstein ausstarb, ging das Fürstentum über an Fürst Karl von Nassau-Usingen. Er beauftragte Friedrich Joachim Stengel mit der Vollendung des Schlosses als Dreiflügelanlage. 1744 verlegte Karl von Nassau-Usingen seine Residenz von Usingen im Taunus an den Rhein. Bis 1750 zogen sich die Restarbeiten an der Schlossanlage allerdings noch hin.

Der Schlosspark

Der Schlosspark, durchflossen vom Mosbach erstreckt sich an der Nordseite des Biebricher Schlosses. Der Park mit einer Länge von 1200 Metern und einer Breite von 300 Metern wurde ursprünglich als französischer Garten angelegt. Maximilian von Welch gestaltete den Schlosspark um 1720 mit einem regelmäßigen Wegemuster, umrahmt von Orangerien und Balustraden.
1817 wurde der Park nach Norden erweitert und von Friedrich Ludwig von Sckell zu einem englischen Landschaftspark umgestaltet. Von der ursprünglichen Anlage blieben nur die beiden Brunnen auf der Rückseite des Schlosses und zwei Alleen.
Im südwestlichen Teil des Geländes befand sich ursprünglich ein Weiher, der Prinzessinnenweiher. Inmitten dieses Weihers wurde auf einer kleinen Insel eine romantische Ruine, die Mosburg errichtet. Später wurde im Zuge von Umgestaltungsmaßnahmen der Prinzessinnenweiher wieder zugeschüttet.
Seit den 1990ern siedelten sich im Schlosspark verschiedene Arten von Papageien an. Vor Allem Halsband- und Alexandersittiche sind hier vertreten. Die ursprünglich aus Asien und Afrika stammenden Vögel haben sich optimal an die rauheren Winter am Rhein gewöhnt und so wächst ihre Population weiter an. Allabendlich, wenn sie sich in ihre Schlafbäume zurückziehen, kann man ihren Konzerten lauschen.

Events und Veranstaltungen

Regelmäßig werden Führungen durch das Schloss angeboten. Dabei werden Geschichte und Architektur des Schlosses detailreich erläutert und anschaulich präsentiert.
Alljährlich findet auf der Fläche des ehemaligen Prinzessinenweihers das traditionelle Pfingstunier des Wiesbadener Reit- und Fahr-Club e.V. statt.
Monatlich läd der Schlosspark zum Bummeln über den Wiesbadener Flohmarkt ein.
Im August laden Künstler aus verschiedensten Bereichen zum „Poesie im Park – eine Art Festival“.
Einige Räumlichkeiten des Schlosses können für eigene Events, Meetings oder eine romantische Trauung gemietet werden.

Egal ob für eine Schlossführung oder zum Bummeln über den Flohmarkt, der Besuch von Schloss Biebrich mit seiner wunderschönen, exotischen Parkanlage ist auf jeden Fall einen Besuch wert!