Die Nerobergbahn

Die 1888 errichtete Nerobergbahn führt vom Nerotal auf den Neroberg in Wiesbaden. Sie ist als Wasserlast- und Zahnstangen-Bahn die letzte ihrer Art in Deutschland, weshalb sie unter Denkmalschutz steht. Dies hält sie aber nicht davon ab, weiterhin für einen großen Teil des Jahres ihren Dienst zu verrichten und Personen und Güter zu befördern. Vornehmlich Touristen nutzen die Nerobergbahn, die sie auf 250.000 Fahrgäste pro Jahr kommt, die mit einer Geschwindigkeit von rund 7 km/h jeweils 83 Meter in die Höhe oder ins Tal bewegt. Ihre maximale Neigung liegt bei 260 Promille, ein exorbitanter Wert, selbst für eine Standseilbahn.

Erreichbarkeit und Fahrzeiten der Bahn

Einzig im Tal und oben auf dem Neroberg gibt es jeweils einen Haltepunkt, sie pendelt also jeweils nur zwischen diesen beiden Stationen. Dies auch nicht ganzjährig, sondern nur zwischen Karfreitag und Ende Oktober. Nur in der Jahresmitte verkehrt sie täglich, das heißt in den Monaten von Mai bis August. Im April, September und Oktober findet ihr Betrieb nur an den Wochenenden und zu ausgewählten besonderen Anlässen statt. Der Takt, in dem sie verkehrt, ist dann üblicherweise ein 15-Minuten-Takt.

Zu erreichen ist die Nerobergbahn per ÖPNV in Wiesbaden mit der Buslinie 1, die an der Talstation der Bahn ihre Endhaltestelle hat. Auf dem Berg oben angekommen, können die Passagiere jeweils über einen sehr kurzen Fußweg das Opelbad und die Russische Kirche erreichen.

Antrieb und Geschichte der Nerobergbahn

Spannend ist nicht zuletzt das Antriebssytem der beiden Wagen, die ihrerseits noch einmal eine echte Augenweide für alle Liebhaber historischer Fahrzeuge sind. Der ins Tal fahrende Wagen zieht dabei jenen unten befindlichen nach oben. Dies ist nur möglich, so lange der abwärts fahrende Wagen schwerer ist als jener im Tal. Dies erreicht man bei der Nerobergbahn, indem der oben auf dem Berg stehende Wagen mit bis zu 7.000 Litern Wasser befüllt wird. Der unten angekommene Wagen entleert dann seinen Wassertank, dessen Inhalt mittels eines elektronischen Pumpsystems wieder nach oben gepumpt wird, um nun den anderen Wagen zu befüllen.

Kurzer Rückblick auf die Geschichte der Nerobergbahn: Der Unternehmer Carl Rudolf beantragte 1886 den Bau einer solchen Drahtseilbahn, schon 1888 wurde die Bahn in Betrieb genommen. Heute eines der Prunkstücke der Bahn ist das Viadukt auf ihrem Weg hinauf auf den Neroberg, war dieses zu jener Zeit Anlass für viel Kritik. Diese hatte aber keine Folgen: bis heute nutzt die Bahn das Viadukt über das Nerotal.

Später ging die Bahn in den Besitz der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft über, nach dem II. Weltkrieg beschlagnahmten die Amerikaner sie. Seit 1948 ist sie nun wieder in Betrieb und hat in ihren über 131 Jahren Lebenszeit noch keinen einzigen Unfall erlebt.

Touristisches Highlight mit einer Besonderheit

Ein echtes touristisches Highlight in Wiesbaden hat man sich hier erhalten, nicht nur für Freunde von Eisen- und Seilbahnen und deren Technik. Die alten Wagen

Und dass man mit der Nerobergbahn einen echten Schatz zur Verfügung hat, weiß man auch auf dem Standesamt in Wiesbaden. Seit einiger Zeit kann man nämlich auch seine Trauung in der Nerobergbahn durchführen lassen.

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