Das Kurhaus

Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden kann mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Bauten überzeugen. Eines dieser Bauten ist das Kurhaus, das zu den prunkvollsten Festbauten von ganz Deutschland zählt. Man kann sagen, dass das Kurhaus der gesellschaftliche Mittelpunkt von Wiesbaden ist und einen besonders repräsentativen Rahmen für Veranstaltungen bietet. So besitzt das Haus einen großen sowie einen kleineren Festsaal, eine Spielbank sowie eine Gastronomie.

Die Lage des Kurhauses

Das Haus ist der Mittelpunkt des Kurecks von Wiesbaden und befindet sich am Ende der Wilhelmstraße. Auf der Westseite, vor dem Haupteingang, gelangt man zu dem Bowling Green, eine Rasenfläche, die damals von englischen Gästen seinen Namen erhielt. Hier gibt es unter anderem zwei Springbrunnen zu entdecken.

Von der Wilhelmstraße aus gesehen, bildet das Kurhaus einen bezaubernden Abschluss von dem Bowling Green. Hinter dem Haus, auf der Ostseite, gelangt man in den beeindruckenden Kurpark mit seiner Konzertmuschel und dem Kurpark-Weiher.

Die einzigartige Geschichte

Wiesbaden hat eine große Bedeutung als Kurstadt und kann auf eine sehr lange, traditionsreiche Geschichte zurückblicken. Sogar die Römer schätzten Wiesbaden für seine vielen Thermalquellen. Der Name “Wiesbaden” kommt aus dem Wort “Wisibada”, das so viel bedeutet wie “das Wiesenbad” oder “das Bad in den Wiesen”. So erkennen wir die Bekanntheit der Quellen von Wiesbaden auch im Mittelalter.

Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckte man die Kur für sich. Der Adel und höhere Gesellschaftsschichten verliebten sich regelrecht in die Idee der Kur. Somit wuchs auch Wiesbadens Bedeutung. Fertiggestellt wurde das alte Kurhaus im Jahre 1810. Bei dem Haus handelt es sich um einen klassizistische Bau, der einen mittigen Säulenportikus sowie seitliche Gänge mit Säulen aufweist.

Ausgeführt sowie entworfen wurde das Haus von dem Architekten Christian Zais. Das Gebäude wurde sogar von Johann Wolfgang Goethe gelobt, der zahlreiche Aufenthalte im Kurhaus genossen hatte.

Im 19. Jahrhundert gewann Wiesbaden immer größeres Ansehen als Kurstadt. So stieg Zahl der Gäste unglaublich an. Waren es im Jahr 1840 noch rund 20.000 Gäste, stieg die Zahl auf das Zehnfache an im Jahre 1910. Auch die Einwohnerzahl stieg in diesem Zeitraum von rund 10.000 Menschen auf über 100.000 an. Ab dem Jahr 1852 durfte Wiesbaden sich mit dem Titel der Weltkurstadt rühmen und konnte somit bald Baden-Baden überholen.
Natürlich benötigte man nun ein moderneres und größeres Kurhaus. Das alte Kurhaus wurde somit im Jahre 1905 abgerissen und das neue Kurhaus fand mit Friedrich von Thiersch seinen Architekten.

Dieser errichtete das neue Haus für rund 6 Millionen Goldmark. Der neue, prächtige Bau konnte mit dem Stil des Neoklassizismus und zahlreichen Jugendstilmotiven punkten.
Kaiser Wilhelm II. förderte den Bau und kam selbst jedes Jahr im Mai zu Besuch. Bei der Eröffnung des neuen Kurhauses bezeichnete er das Haus „das schönste Kurhaus der Welt“.
Seitdem nutzt man vor allem die großen Säle des Hauses für Veranstaltungen und Events.

Wer Wiesbaden einmal einen Besuch abstatten möchte, sollte aus das Kurhaus besichtigen.
Seit dem Jahr 1949 ist im Haus auch die Spielbank Wiesbaden untergebracht. Auch eine hervorragende Gastronomie befindet sich in dem beeindruckenden Haus. Das Kurhaus ist in jedem Fall einen Besuch wert!

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