Die Kaiser-Friedrich-Therme

Wohlfühl-Oase in Wiesbaden

Wer die Kaiser-Friedrich-Therme in Wiesbaden betritt, wähnt sich in die Zeit der Antike zurück versetzt. Sie ist in jenem Stil erbaut, der zu Zeiten der römischen Epoche alle Prädikate eines unvergleichlichen Bade-Ambientes erfüllte. Die elegante Note und das Bestreben der Besucher, hier neben der Ruhe vor allem die Linderung diverser Krankheiten zu erreichen, finden in dieser eindrucksvollen Therme zu einer bemerkenswerten Symbiose.

Zu Ehren eines deutschen Kaisers

Getreu dem Jugendstil als Ausdruck einer neuer Zeit mit geschwungenen Linien, einem verspielten Dekor und der Abkehr von einer symmetrischen Ordnung wurde die Kaiser-Friedrich-Therme in den Jahren zwischen 1910 bis 1913 gebaut. Damals wurde die Einrichtung noch „Kaiser-Friedrich-Bad“ genannt. Mit dieser Namensnennung wurde Kaiser Friedrich III geehrt, der bis 1888 auch König von Preußen war. Der bekannte Architekt A. O. Pauly wurde mit der Fertigstellung des Komplexes beauftragt.

„Ein Denkmal des Heilbadwesens“

Schon damals war die Therme eine echte Augenweide mit ihren eindrucksvollen Deckenverzierungen, den hohen Säulengängen und einem weißen Boden. Wiesbaden wollte damit den Ruf als sogenannte „Weltkurstadt“ untermauern und ließ sich das pompöse Bauwerk mit seinem prächtigen Interieur die stolze Summe von drei Millionen Reichsmark kosten. Nach der Einweihung dieser einzigartigen Badelandschaft sprach es sich in Deutschland schnell herum, dass Wiesbaden nunmehr über eines der „schönsten Denkmäler des modernen Heilbadwesens“ verfügte. So war es in den Leipziger Neuesten Nachrichten zu lesen.

Fundamente eines römischen Schwitzbades

Gespeist wurde und wird das Bad aus der Adlerquelle, und als um die Wende zum 20. Jahrhundert in Wiesbaden die Idee des Baus einer Therme nach antiken Vorbildern reifte, stießen Bauarbeiter auf die Fundamente eines römischen Schwitzbades. Seither waren sich die Verantwortlichen sicher, dass schon die Römer die Adlerquelle mit ihrem 66,4 Grad heißen Wasser nutzten, um ihren Muskeln und Gelenken angenehme Kuren zu verordnen. Auch der Warm-Kalt-Wechsel löste offenbar schon zu Zeiten der Römer positives Empfinden und eine Verbesserung des Allgemeinzustandes aus.

Das heilende „Wasser der Mattiaker“

Das Herzstück der Gesamtanlage der Kaiser-Friedrich-Therme ist die historische Schwimmhalle. Sie wurde und wird ergänzt durch das Tepidarium, einem Entspannungsraum mit beheizten liegen sowie durch eine russisches Dampfbad. Das Sudatorium wurde den antiken Schwitzbädern nachempfunden. „Aquis Mattiacis“ nannten die Römer die Quelle in Wiesbaden, was mit „Wasser der Mattiaker“ zu übersetzen ist. Die Mattiaker waren ein germanischer Teilstamm der Chatten, die sich bei Wiesbaden und im Taunus ansiedelten.

Fliegerbombe in Zweiten Weltkrieg

Seit nunmehr über hundert Jahren ist die Kaiser-Friedrich-Therme ein wohl gehüteter Schatz Wiesbadens. Sie wurde Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts saniert, ohne die Merkmale des denkmalgeschützten Gebäudes zu verändern. Den Zweiten Weltkrieg hatte das Bad gut überstanden – allein eine Fliegerbombe beschädigte das Dach. Das heiße Wasser der Adlerquelle wird vor dem Einlass in die Badelandschaft gefiltern. Damit wird verhindert, dass es eine braune Farbe erhält. Von der Wärme des Hauses profitieren auch einige benachbarte Gebäude – so das einstige Palasthotel und der Bäckerbrunnen, der ehemals die Handwerker der Umgebung mit einem warmen Brauchwasser versorgte. In der Wiesbadener Wohlfühl-Oase gibt es auch die Angebote, das Thermalwasser zu inhalieren oder in kleineren Mengen zu trinken.

Das könnte dir auch gefallen