Saint-Pierre-le-Vieux

Geschichte

Die Ursprünge von Saint-Pierre-le-Vieux reichen weit zurück. In der Nähe des Geländes fanden Archäologen Überreste aus der Römer- und aus der Merowingerzeit. Es handelte sich um Mauerreste, wobei nicht klar ist, zu welchem Gebäude sie gehörten. Eine Urkunde aus dem Jahr 1130 nennt zum ersten Mal eine Kathedrale, die sich auf dem Gelände von Saint-Pierre-le-Vieux befand.
Am 22. Mai 1398 zog das Kloster Honau nach Saint-Pierre-le-Vieux aus dem Rheinau. Die Mönche mussten wegen Überflutungen wegziehen. Das Kloster Honau war ursprünglich ein Schottenkloster. So brachten Mönche der iroschottischen Mission ihre Art der Verehrung nach Straßburg. Die katholische Messe verblieb dort bis 1529 und wurde 1683 wiederhergestellt.
Das Jahr 1529 war das Jahr, in dem sich Straßburg der Reformation anschloss. Die Kirche Saint-Pierre-le-Vieux wurde eine lutheranische Kirche. Alle Kirchen in lutherische Gotteshäuser umzutaufen, war eine der Forderungen von Reformern wie Martin Bucer und Matthäus Zell. Als Straßburg jedoch im Jahr 1681 unter die Herrschaft der Franzosen geriet, gewann der Katholizismus wieder mehr Bedeutung. Und so geschah es, dass Saint-Pierre-le-Vieux in einen katholischen und in einen protestantischen Teil getrennt wurde. Der Chor wurde katholisch, das Langhaus der Kirche evangelisch. Eine 1,50 Meter dicke Mauer trennte beide Bereiche.

Der evangelische Teil

Im Gegensatz zum katholischen Teil blieb der evangelische Bereich von Saint-Pierre-le-Vieux beinahe unverändert. Kirchenschiff und Turm stammen noch aus dem 14. Jahrhundert. Hier befindet sich die historische Orgel aus dem Jahr 1898, welche vom Orgelbauer Eberhard Friedrich Walcker gebaut wurde. Das Gehäuse stammt von einer Orgel, die von Andres und Gottfried Silbermann 1709 gebaut wurde. In der evangelischen Hälfte befinden sich ebenfalls gotische Fresken.

Der katholische Teil

Um 1867 wurde dem katholischen Teil ein neuer Sakralbau hinzugefügt. Der damalige Stadtbaudirektor von Straßburg, Jean-Geoffroy Conrath, ließ eine neue Kirche im neugotischen Stil errichten. Dieser Neubau war um 90° zum Altbau gedreht und verschlang dabei den Großteil des mittelalterlichen Chors. Die Fassade wurde vom Breslauer Architekten Fritz Beblo entworfen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen wertvolle Flügelaltäre hinzu. In dem katholischen Bereich befindet sich ein Zyklus von Christus Leben aus dem Jahr 1485 sowie Szenen vom Heiligen Petrus aus dem Jahre 1500.

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