Die Katharinenkirche

Katarina Kyrka

Eine der schönsten Kirchen Stockholms ist die weithin sichtbare Katharinenkirche (katarina kyrka) im Stadtteil Södermalm. Erbaut wurde sie im 17. Jahrhundert, als sich die schwedische Hauptstadt auszudehnen begann und die Bewohner der neuen Stadtviertel neue Gemeinden bildeten. Der prächtige Barockbau mit einem Grundriss in der Form eines griechischen Kreuzes ist die erste Zentralkirche auf schwedischem Boden. Die Kirche wurde zweimal von Bränden fast völlig zerstört; nach dem ersten Feuer erhielt sie den heutigen achtseitigen Glockenturm.

Die Anfänge der Katharinenkirche

1654 war die Bevölkerung  im Stadtteil Södermalm so stark gewachsen, dass (zusätzlich zur älteren Maria Magdalena Kirche) eine neue Kirche benötigt wurde. Das neue Gebäude sollte die kleine Sture Kapelle ersetzen, welche der schwedische König Johann III 1580 an eben jenem Ort errichten ließ, wo 60 Jahre zuvor die Leichen der im Stockholmer Blutbad ermordeten Adeligen verbrannt worden waren.

Mittlerweile war Schweden eine Großmacht und der damals regierende König Karl X Gustav hatte große Pläne für den Stadtteil Södermalm. Die neue Kirche, benannt nach seiner Mutter Katharina, sollte ein für die damalige Zeit monumentales Gebäude werden.

Die Errichtung der Kirche zog sich über mehrere Jahrzehnte hin. Nach Plänen des Architekten und späteren Stockholmer Bürgermeisters Jean de la Vallée begannen 1656 die Arbeiten, abgeschlossen wurden sie erst 1695. Jean de la Vallées Grab befindet sich im südlichen Kreuzarm der Kirche.

Der erste Brand 1723

Als 1723 der nordöstliche Teil des Stockholmer Stadtteils Södermalm von einem Feuer vernichtet wurde, brannte auch die Katarina kyrka. Der Turm und weite Teile des Daches stürzten ein, und wenig mehr als die Außenmauern blieben erhalten. Der Wiederaufbau unter dem Architekten Göran Adelcrantz, der in Kirchenbauten erfahren war, vollzogen. Hierbei wurde der ursprüngliche niedrige Mittelturm durch den heutigen, weit mächtigeren ersetzt; die Kirche erhielt ihre charakteristische Form, mit der sie bis heute die Silhouette von Södermalm dominiert. Mit seinen Entwürfen für Altaraufsatz und Kanzel war Adelcrantz‘ Sohn Carl Fredrik, der zu einem der bedeutendsten zeitgenössischen Architekten werden sollte, am Innenausbau beteiligt. (Inwieweit diese Zeichnungen tatsächlich allein vom Sohn gefertigt wurden, ist jedoch umstritten.)

Der zweite Brand 1990

1990 brannte die Kirche erneut; einige Kunstschätze konnten gerettet werden, doch vieles verbrannte. Nur aufgrund eines starken Bevölkerungs- und Medieninteresses beschloss man, Katarina kyrka wieder aufzubauen. Unter dem Architekten Ove Hidemark wurde das Äußere rekonstruiert, der Innenausbau jedoch unter Verwendung traditioneller Materialien und Bautechniken modernen Erfordernissen angepasst.

Die zerstörten Kirchturmuhren aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts wurden durch Replikate ersetzt, die elektrisch betrieben und von der Frankfurter Atomuhr per GPS getaktet werden. Altar und Orgelfront sind Kopien der barocken Originale. Was nicht vom Brand zerstört wurde (das Kirchensilber, ein kleineres Kruzifix und weitere Stücke), wird teilweise in Vitrinen präsentiert, teilweise weiterhin genutzt. Die Glocken wurden nach ihren historischen Vorbildern und teilweise unter Verwendung des Originalmaterials 1991/92 in Ystad neu gegossen. Zwischen den beiden Treppenflügeln der nach Karl XII. benannten Doppeltreppe steht unter dem Südportal der Kirche die beim Brand von 1990 gerettete alte Kirchenglocke von 1723. Ein hoher Anteil der Kosten für den Wiederaufbau wurde durch Spenden bestritten.

Der Kirchenbau

Die Kreuzarme des Kirchenbaus sind von gleicher Länge; der Eingang befindet sich an der westlichen Seite. In den Innenwinkeln der Gebäudeflügel stehen kleine Pavillons. Über dem Kreuzbau wurde ein quadratischer Sockel errichtet, der wiederum den achtseitigen Turm der Kirche trägt. Den Abschluss bildet eine mächtige, kupfergedeckte Kuppelkonstruktion, deren Durchmesser fast 23 Meter beträgt. Nach Süden hin hat der Bau aufgrund der Hanglage ein Souterrain, eine Freitreppe, die nach König Karl XII. benannt wurde, führt zu dem auf dieser Seite gelegenen Eingang. Die Fassade ist gelb verputzt, alle dekorativen Elemente (aus Putz wie aus Sandstein) sind hellgrau eingefärbt.

Der Friedhof der Katharinenkirche

Die Kirche steht auf einer etwa 160 mal 160 Meter großen Friedhofsfläche, deren Baumbestand erst nach mühsamem Aufbringen einer Erdschicht erfolgreich wuchs. Auf dem Friedhof sind mehrere bekannte Personen begraben, so beispielsweise die Politikerin Anna Lindh oder der Dichter Per Anders Fogelström, dessen Roman Sommaren med Monika (Die Zeit mit Monika) die Vorlage für den gleichnamigen Film Ingmar Bergmans von 1953 bildete.

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