Die Universitätsbibliothek

Die Universitätsbibliothek Heidelberg ist eine öffentliche Bibliothek und die Zentralbibliothek der Uni Heidelberg. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Bereitstellung von Literatur. Sie umfasst insgesamt 6,2 Millionen Bände. Zudem gibt es eine eigene Abteilung für Handschriften und Alte Drucke, in der wertvolle Sammlungen gelagert werden. Die Bibliothek befindet sich in der Plöck 107-109 und ist auch für interessierte Besucher zugänglich.

Geschichte der Universitätsbibliothek

Die Universitätsbibliothek ist die älteste ihrer Art in ganz Deutschland. Das Gebäude trägt eine interessante Entstehungsgeschichte. Eröffnet wurde Sie im Gründungsjahr der Universität Heidelberg, im Jahr 1386. Bereits damals unterteilte man die Bände in drei Fachbereiche: Bände für die Artistenfakultät, ein Bereich für die höheren Fachbereiche und die bedeutenden Schriften der Heiliggeistkirche. Dieser Bereich war auch unter dem Namen „Bibliotheca Palatina“ bekannt.

Den Grundstock der Bibliothek bestand zunächst ausschließlich aus Nachlässen von ehemaligen Professoren der Uni Heidelberg. Die Bibliotheca Palatina entstand aus bedeutenden Beständen von Kurfürst Ottheinrich. Ergänzt wurden diese durch Bücher von Ulrich Fugger. Dann kam es zur Auflösung der Bibliotheca Palatina. Grund war der Dreißigjährig Krieg. Herzog Maximilian I. von Bayern vermachte die Bände der Heiliggeistkirche zum Dank der Treue an den Papst. Damals wurden mehr als 3.500 Handschriften und an die 13.000 Druckschriften nach Rom umgesiedelt.

Der Wiederaufstieg der Universitätsbibliothek begann im 19. Jahrhundert. Die Zuweisung der Klosterbibliotheken Salem und Petershausen waren ein Neubeginn. In dieser Zeit begann man mit der Rückgewinnung der Bände aus Rom. Dies gestaltete sich jedoch schwierig: Nur einige wenige Werke kamen zurück. 1888 fand ein Tauschgeschäft mit Paris statt. So gelangte der Codex Manesse zurück.

Architektur der Universitätsbibliothek

Das heutige Gebäude ist ein Neubau aus der Jahrhundertwende. Die neue Bibliothek wurde 1905 eröffnet. Architekt war der aus Karlsruhe stammende Joseph Durm. Die Arbeiten an den Außenfassaden wurden von den bekannten Bildhauern: Hermann Binz sowie Hermann Volz ausgeführt.

Heute wird die große Anlage von einem offenen Innenhof eingefasst. Sie teilt sich in zwei getrennte Bereiche: Den Magazintrakt und den aufwendig gestalteten schlossartigen Verwaltungstrakt. Dieser passt sich mit renaissancehaften Dekorationen der Heidelberger Altstadtarchitektur an. Der Bau ist heute Zeitzeugnis des Stilpluralismus: Deutsch-französische Renaissance paart sich mit dem Jugendstil.

1988 erfolgte eine große Renovierung der Bibliothek. 1991 wurde das neue Tiefenmagazin, unter dem großen Hof der Heidelberger Uni, fertig gestellt. Es umfasst 2 Millionen Werke! Ein weiteres Projekt folgte – die Norderweiterung der Universitätsbibliothek. Der neue Lesesaal wurde im Jahr 2005 feierlich eröffnet.