Der Palazzo Rosso

Kunstgalerie und UNESCO Weltkulturerbe

Der Palazzo Rosso ist eines der kulturellen Highlights der ligurischen Hafenstadt Genua. Er beherbergt eine der wichtigsten Kunstgalerien der Stadt und gehört dem UNESCO Weltkulturerbe an. Neben den nahegelegenen Palazzo Bianco und Palazzo Doria Tursi ist der Palazzo Rosso ein wichtiger Bestandteil der großen und wichtigen Museen an der Via Garibaldi. Zu den bedeutendsten Malern, die Eingang in die Sammlung gefunden haben gehören unter anderem Giovanni Francesco Barbieri (genannt „Il Guercino“, Paolo Caliari genannt (genannt „Il Veronese“) und Albrecht Dürer.

Geschichte des Hauses

Die Wurzeln des imposanten Baus reichen bis in das 17. Jahrhundert zurück. Die Adeligen Herren Rodolfo und Giovanni Francesco Brignole Sale erteilten 1671 dem Architekten Pietro Antonio Corradi den Auftrag, den Palazzo zu erbauen. Bis 1874 blieb das Haus in Besitz der angesehenen Genueser Familie. Die letzte Erbin des Anwesens, Maria Brignole Sale De Ferrari, Herzogin von Galliera, schenkte es der Stadt Genua. Beweggrund für dieses große Geschenk war sicherlich der Wunsch, den guten Namen des Geschlechts für alle Zeit zu erhalten und der Heimatstadt repräsentativen Raum zur Verfügung zu stellen. Zum Vermächtnis der Herzogin von Galliera gehörte außerdem eine großartige Kunstsammlung, die den Kerwestand der heutigen Sammlung darstellt.
Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude immer wieder von bedeutenden Baumeistern erweitert oder umgebaut. Um 1679 entstanden ein Salon mit Freskenmalereien von Domenico Piola und Gregorio De Ferrari. Ebenso gestalteten die beiden Baumeister vier Säle nach dem Thema der Vier Jahreszeiten. Zu der Geschichte des Hauses gehört allerdings auch, dass es Zerstörungen ausgesetzt war. Genua war während des Zweiten Weltkriegs Schauplatz großer Bombardements geworden. In Zuge derer wurde auch der Palazzo Rosso von Fliegerangriffen schwer getroffen. Der Salon mit den Fresken beispielsweise wurde dabei leider zerstört.

Bedeutende Kunstgalerie

Wie viele andere wohlhabende Adelige auch, machte sich Herzogin Maria Brignole Sale De Ferrari daran, eine wertvolle Kunstsammlung aufzubauen. Sie widmete dieser Leidenschaft mehr als zwei Jahrzehnte ihrer Lebenszeit (1811-1888). Vorrangig sammelte sie, wie ihre Vorfahren auch, Gemälde. Besonders Maler der flämischen Schule (zum Beispiel van Dyck) wurden zum Markenzeichen der Sammlung. Zu einem weiteren Schwerpunkt entwickelte sich weiterhin die italienische Malerei des Barock. Zu den hervorragendsten Vertretern dieser Zeit zählen Gemälde von Guido Reni, Il Guercino, Mattia Preti und Bernardo Strozzi, die im Palazzo Rosso zu bewundern sind. Neben diesen sind aber auch die aus dem Venezianischen Umfeld stammenden Werke von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang sind vor allem Palma der Alte und Il Veronese als Bestandteile der Ausstellung zu nennen.
Im 20. Jahrhundert wurde das Gebäude stark renoviert. Im Zuge dessen wurden auch Sammlungen anderer Kunstgebiete integriert. So können beispielsweise Münz- und Keramiksammlungen bestaunt werden. Als berühmteste ausgestellte Gemälde können aber weiterhin besonders Werke wie Albrecht Dürers „Portrait eines jungen Mannes vor grünem Hintergrund“, Anthonis van Dycks „Paolina Adorno-Brignole-Sale“ oder Guido Renis „San Sebastiano“ betrachtet werden. Diese Verbindung aus historischem Gebäude, bedeutenden Gemälden und der Geschichte Genuas machen den Palazzo Rosso zu einem großartigen Beispiel des UNESCO Welterbes.

Das könnte dir auch gefallen