Der Leuchtturm von Genua

Torre della Lanterna

Genua ist seit jeher von der Schifffahrt geprägt. Für die Seefahrt sind Navigation und Orientierung von besonderer Wichtigkeit. Um den Hafen stets sicher zu finden und sich in den tückischen Strömungen vor der Küste zurechtzufinden, errichteten die Genuensen bereits 1128 einen Leuchtturm. Als geeigneten Ort hierfür erkor man den Hügel von San Benigno in der Nähe des Stadtteils Sampierdarena aus. Im Laufe der Geschichte wurde dieser vielfach umgebaut oder gar neu errichtet. Als weit in den Himmel aufragendes Wahrzeichen der Stadt prägt der „Torre della Lanterna“ heute deren Skyline und ist eines der bekanntesten Bauwerke Genuas. Durch seine imposanten Ausmaße und eine Höhe von 76 Metern ist er der höchste Leuchtturm Europas. Da er über zwei Aussichtsplattformen verfügt, kann von ihm ein atemberaubender Ausblick über die Stadt und auf das Meer geworfen werden.

Ein Monument im Wandel der Zeit

Schon der mittelalterliche Bau aus dem Jahre 1128 erreichte die luftige Höhe von knapp 80 Metern. Im Gegensatz zum heutigen Bauwerk, das aus zwei Teilen besteht, war dieser Turm jedoch dreiteilig aufgebaut. Anfangs wurde das Leuchtfeuer mit Holz entzündet. Später nutzte man hierfür Öl. Im 19. Jahrhundert wurde der Turm dann entscheidend modernisiert. So wurde 1840 eine sich drehende Leuchtfeueroptik mit Fresnel-Linsen installiert. 1881 und 1913 verbesserte man die Technik erneut, sodass die Reichweite des Lichtes immer weiter gesteigert werden konnte. Elektrifiziert wurde der Torre della Lanterna allerdings erst 1936.
Im Laufe der Jahrhunderte war der Leuchtturm immer wieder wichtiger Anhaltspunkt der Seefahrer. Dies aber leider nicht nur in friedlichen Zeiten, sondern auch während mehrerer Kriege. 1506 beispielsweise erhob sich die einst stolze Republik Genua gegen die Besatzung durch die Franzosen. In den kriegerischen Auseinandersetzungen um die Souveränität der Stadt und Republik nahm auch der Torre großen Schaden. Erst 1543 wurde er in seiner heutigen, aus zwei Steinquadern bestehenden Form, wieder errichtet.
Ein ähnliches Schicksal ereilte ihn in den Kämpfen des Zweiten Weltkrieges. Auch hier wurde das Wahrzeichen bei erbitterten Kämpfen zwischen den Alliierten und Truppen des NS-Regimes schwer beschädigt. Erst 1956 konnten die Genueser ihren Torre della Lanterna wieder in voller Pracht bestaunen.

Beliebt bei Einheimischen und Besuchern

Diese wechselvolle Geschichte hat dazu beigetragen, dass die Einheimischen den Turm fest in ihr Herz geschlossen haben. Er ist integraler Bestandteil des Genueser Selbstverständnis. Dies hat sich bis in die Welt des Sports durchgeschlagen. Das Stadtderby zwischen den beiden ansässigen Fußballclubs Sampdoria Genua und CFC Genua, die in der erstklassigen Serie-A antreten, wurde nach dem Leuchtturm „Derby della Lanterna“ benannt. Doch auch bei Besuchern der Hafenstadt ist der Torre sehr beliebt. An ausgewählten Wochentagen ist die Besichtigung und Besteigung des Turmes möglich.

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