Der Frankfurter Dom

Gegründet auf den Relikten einer einfachen merowingischen Kapelle, ist der Frankfurter Kaiserdom der herausragendste Sakralbau der hessischen Metropole. Einst Symbol nationaler Einheit, ist er heute ein Anschauungsobjekt mehrerer Jahrhunderte mitteleuropäischer Geschichte.

Dem heiligen Bartholomäus geweiht

Die Bezeichnung für den Frankfurter Dom lautet: Kaiserdom St. Bartholomäus. Die Kirche wurde 1291 dem heiligen Apostel Bartholomäus geweiht. Bartholomäus ist nach biblischer Überlieferung einer der Jünger Jesu und wird in drei Evangelien als einer der zwölf Apostel erwähnt. Das Gotteshaus mit seiner typischen roten Silhouette steht auf dem Domplatz in Frankfurt und ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Das Innere kann außerhalb der Gottesdienste und Reinigungsarbeiten besichtigt werden, sofern die Betenden nicht gestört werden. Zur Bereicherung einiger Gottesdienste und bei musikalischen Auftritten während der renommierten Domkonzerte treten die älteren Mädchen und Jungen der Frankfurter Domsingschule auf. Diese Schule gibt Kindern in Frankfurt kostenlos und unabhängig von ihrer religiösen Einstellung Gesangsunterricht.

Aussichtsturm mit Panoramablick und Dom-Museum

Die Besichtigung des Gotteshauses wie auch die Besichtigung der ganzen Stadt kann gut mit dem Aufstieg zum Dom-Turm beginnen. Auf über 300 Stufen in einem engen Treppenhaus gelangen Besucher das ganze Jahr zur 66 Meter hohen Aussichtsplattform. Bei klarem, sonnigem Wetter ist der Ausblick auf das Frankfurter Rathaus mit Treppengiebelfassade, die Altstadt und den Main grandios. Der Turm beherbergt im unteren Abschnitt die berühmte Gloriosa. Sie ist Deutschlands zweitschwerste Bronzeglocke und besitzt einen besonders schönen Klang. Obwohl die Gloriosa während der Reichszeit als Rohstoffreserve beschlagnahmt wurde, blieb sie bis zum Ende des Kriegs unbeschädigt. Einzeln wird die Glocke nur dann angeschlagen, wenn ein Bischof oder Papst stirbt. Im mittleren Teil des Turms befinden sich im Glockenstuhl acht weitere Glocken mit einem Gesamtgewicht von über 10 Tonnen. Zwischen dem Mittelalter und 1942 befand sich in der Turmkuppel die Unterkunft eines Wachpostens. Dieser hielt Ausschau nach Bränden und ungewöhnlichen Gefahren. Im Kirchengebäude befindet sich heute das Dom Museum und zeigt den Domschatz sowie weitere Ausstellungsstücke wie Funde aus einem merowingischen Mädchengrab.

Eine sehr bewegte Baugeschichte

Das älteste Königsgeschlecht der Franken, die Merowinger, bauten Ende des 7. Jahrhunderts auf dem Domhügel eine fürstliche Wohnung als Stützpunkt für den reisenden König. Eine dazu gebaute kleine Kapelle gilt als ältester Vorgängerbau des Kaiserdoms. Anfang der 1990er-Jahre wurden bei Grabungen unter dem Dom tatsächlich Fundamente aus dieser Zeit gefunden, die von Historikern als Saalkirche interpretiert werden. Zudem stiessen die Archäologen auf das Grab der Tochter des Königs oder des Hausmeisters. Weitere Aus- und Umbauten der Kirche tätigten karolingische Herrscher. Dabei entstand im 9. Jahrhundert eine Basilika mit zwei Glockentürmen. Nach vielen weiteren Umgestaltungen erlebte die Kirche In der frühen Neuzeit, besonders als die Reformation Frankfurt erreichte, große Turbulenzen. Evangelisten kämpften gegen Katholiken, die Kirche wurde für Gottesdienste zweigeteilt. Im Jahr 1562 wurde der für seine religiösen Kompromisse bekannte Habsburger Maximilian II. in Frankfurt zum Kaiser gekrönt. So wurde der Bartholomäus Dom zum Kaiserdom. Nach einem Dom-Brand im Deutschen Krieg und der Zerstörung durch alliierte Luftangriffe wurde das Gotteshaus immer wieder renoviert und erweitert. In den letzten zwei Jahrzehnten führte die Stadt Frankfurt Sanierungen an Altar, Orgel, Dach und Fassaden durch, damit uns der beindruckende Dom als Zeugnis europäischer Zeitgeschichte noch lange erhalten bleibt.

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