Die Alte Oper

Die Alte Oper in Frankfurt am Main ist ein ehemaliges Opernhaus, das heute nicht mehr als solches genutzt wird. In dem historischen Gebäude, das 1880 nach langer Planungs- und Bauphase eröffnet wurde, werden seit dem Wiederaufbau nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg Konzerte und Kongresse abgehalten.

Geschichte der Alten Oper

Schon 1869 kam in Frankfurt der Wunsch nach einem neuen, größeren Opernhaus auf. Das 1782 errichtete Comedienhaus schien den Bürgern der Stadt langsam zu klein zu sein. Mit Geldern aus einer Rückzahlung einer Kriegskontribution nahm dieser Wunsch dann immer konkrete Gestalt an. 67 vermögende Einwohner gründeten einen Förderverein mit dem Zwecke eines Neubaus. Ein Wettbewerb, den Richard Lucae gewann, bedeutete 1872 schließlich den Beginn der Bauphase, welche sich über 8 Jahre hinzog. Errichtet wurde die Alte Oper im Stil der Neorenaissance. Die horrenden Kosten brachten der Alten Oper zunächst nicht viel Popularität in der einfachen Bevölkerung. Erst später entwickelte sich ein gewisser Stolz auf das Gebäude, das mit Mozarts “Don Giovanni” eröffnet wurde und 1937 auch Schauplatz der Welturaufführung von Carl Orffs “Carmina Burana” war.

Wiederaufbau und Bürgerinitiative

Als die Alte Oper 1944 durch alliierte Luftangriffe stark beschädigt wurde, gab es nach dem Krieg stimmen, die einen kompletten Abriss der Alten Oper forderten. Dagegen regte sich enormer Widerstand, der in der größten Bürgerinitiative, die es je in der Bundesrepublik gab, mündete. Diese Initiative setzte sich für einen Wiederaufbau ein, der immerhin – nach vielen Auseinandersetzungen – bis 1981 dauerte. Die eigentliche Oper in Frankfurt war schon 1951 in eine andere Heimstätte umgezogen. Etliche Spendenmillionen hatten den überaus teuren Wiederaufbau ermöglicht. Teuer auch deshalb, weil man von allem nur das Beste und Modernste nutzte, sowohl beim eigentlichen Gebäude als auch bei der gesamten Bühnentechnik.

Architektur der Alten Oper in Frankfurt

Auf rund 4.000 Quadratmetern Grundfläche erreicht das Gebäude eine maximale Länge von knapp 100 Metern, eine Breite von 47 Metern und eine Höhe von 34 Metern. Die Alte Oper besteht dabei aus zwei ineinander verschachtelten Baukörpern. Besonders bemerkenswert ist das prunkvoll geschmückte Treppenhaus, das schon zur Eröffnung die Besucher begeisterte. Die Fassade ist von 24 Medaillons, also Schaubildern, unterschiedlicher Bildhauer verziert. Bekannt ist auch die Inschrift “Dem Wahren Schoenen Guten” unterhalb des Giebels, die in Anlehnung an ein Werk von Goethe gewählt wurde.

Heutige Nutzung

Musikalisch ist die Alte Oper heute für vielfältige Formen von Aufführung bereit. So finden hier Kammerkonzerte und Liederabend genauso statt wie Barock- oder Avantgarde-Konzerte. Ebenso finden die Sparten Jazz, Rock und Pop hier eine Bühne für ihr Publikum. 1992 fand hier die Uraufführung von Frank Zappas “Yellow Shark” statt. Und dazu wird das Gebäude auch als Ort für Kongresse genutzt. Rund 300 Aufführungen pro Jahr bietet die Alte Oper den Frankfurtern und Besuchern von außerhalb, ca. 40 Kongresse werden jährlich in ihren historischen Mauern abgehalten.

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